log.gif

 

   

 

..Als Fritzi Fledermaus den Bären erblickte, sang sie noch einmal ihr Klagelied.

"Ich bin so schrecklich einsam,

 

und traurig bin ich auch.

 

Ich habe kein Zuhause  

 

und weh tut mir der Bauch."  

 

Sie sang es so inbrünstig und sorgenvoll, dass selbst der Bär in seinem dichten   

Winterpelz eine Gänsehaut bekam und missmutig von einer Tatze auf die andere trat.

"Ich mag keine traurigen Lieder", brummte Tatzel, öffnete seinen Honigtopf, griff hinein  

und schleckte sich die Pfoten.

Doch die Traurigkeit der Fledermaus machte auch den Bären traurig und der Honig wollte ihm nicht mehr schmecken.  

Er legte sich ins feuchte Moos und bot Fritzi Fledermaus einen Platz auf seiner Schulter an. Mausi Häseken aber hüpfte  wie immer

auf die breite Bärenbrust und schon begann die Fledermaus mit ihrer Geschichte.  

"Es fing alles so fröhlich an. Am Abend war ich mit meiner Freundin, Thula, der Eule, beim alten Weltenbaum Tara. Dort    

begann um Mitternacht das große Grillenzirpkonzert. Ich sollte dort, bevor der Winter Einzug hält meine Sommer Abschieds Arie

singen.Wir sangen, fidelten und feierten bis die Sonne am Himmel stand und die Eule Thula ihren Schleier vor die Augen zog, um sich

zur wohlverdienten Ruhe zu begeben.

Die Grillen zirpten nicht mehr, das Feuerwerk der Glühwürmchen war erloschen, als plötzlich aus dem Steinbruch Stolperstein ein

furchtbares Getöse erklang. Eilig machten wir uns auf den Weg, um nachzusehen, was dieser ohrenbetäubende Lärm zu bedeuten

habe.

Willi Waldkauz flog voraus, und schon bald hörten wir sein schauriges 'quiwitt uhu', 'quiwitt Uhu', das uns warnen sollte.

Als wir im Steinbruch ankamen, es war so schrecklich, schluchzte Fritzi Fledermaus und eine dicke Träne fiel auf Tatzels Bauch.

"Alle Höhlen waren gesprengt, es roch nach Rauch und Pulver und alle Fledermäuse waren fort. Und nun wird bald der Winter kommen

und ich habe kein Zuhause", klagte die Fledermaus.

Brummi Tatzel öffnete noch einmal seinen Honigtopf und diesmal hielt er ihn direkt unter Fritzis Nase.

Iß was Süßes, dann wird es dir bald besser gehen", brummte der Tatzel-Bär liebevoll.

"Danke, guter Tatzel, ich esse keinen Honig und jetzt würde mir nicht einmal eine Mücke schmecken."

Wer nichts Süßes will, um den muß es wirklich schlecht bestellt sein, dachte Tatzel, dem das Leid der Fledermaus sehr zu Herzen

ging.  Es ging ihm so sehr zu Herzen, daß er darüber nachdachte, was wohl am Besten zu tun sei.

Plötzlich hatte Tatzel eine Idee. Seine Augen rollten hin und her, das taten sie immer, wenn ihm einer seiner Gedanken besonders gut

gefiel."Komm mit", rief Brummi Tatzel. Dann sprang er auf seine Pfoten und trottete zur Bärenhöhle. Fritzi Fledermaus und Mausi

Häseken liefen hinterdrein.

"Schau dich um Fledermaus, hier ist Platz für uns alle, du kannst schön singen. Mausi Häseken pfeift die lieblichsten Töne und in

Gesellschaft schläft es sich besser."

 h1.gif

 

 

mu1.gif

m1.gif