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Brummi Tatzel kam aus der Bärenschule, hatte sich die Tatzen wund geschrieben |
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und dem Gebrumm der Großen zugehört. "Ich beherrsche jetzt die Bärenschrift, |
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habe das Brummen erlernt und eigentlich weiß und kann ich schon alles." |
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Er griff in den großen Honigtopf, den er immer bei sich trug und schleckte sich |
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genüßlich die Pfoten. |
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"Was soll ich noch lernen," brummte er vor sich. "Der Winter wird bald kommen, ich |
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bin nicht gerne alleine, ich will mir eine Frau suchen, die fröhlich ist und mir ein Lied |
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pfeift, zu dem ich brummen kann. |
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Brummi Tatzel sprang auf seine vier Pfoten und machte sich sogleich auf die Suche. |
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Zottel, zottel, zottel, er stapfte über den weichen Moosteppich, bis er zu einer |
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Lichtung kam, auf der sich eine Hasenfamilie zum Abendreigen versammelt hatte. |
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Plötzlich vernahm Tatzel einen hohen Flötenton, der sein Herz höher schlagen ließ. |
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"Das gefällt mir, hier will ich bleiben," dachte er. |
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Doch bevor er sich am Rande der Lichtung niederlassen konnte, hatte Familie |
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Mümmelmann das Hasenpanier ergriffen und war in der Abenddämmerung |
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verschwunden. |
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"Hasenfüße", dachte Brummi Tatzel, legte sich mit lautem Gebrüll auf sein Bärenfell |
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und lauschte dem Flötenspiel. Es klang ganz dicht an seinem Ohr und verzauberte |
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seine Bärenseele. |
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"Wenn ich schon nichts sehen kann, dann werde ich rufen", dachte er bei sich. "Ich bin |
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Brummi Tatzel", brummte er so laut, dass auch der letzte Grashalm ihn hören konnte. |
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"Ich will wissen, wer da so schön flöten kann", rief er weiter. |
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Rischel, raschel, ruschel. Das Flötenspiel verstummte und durch die hohen Grashalme |
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spähte Mausi Häseken, "Ich bin Mausi Häseken", piepste sie mit hoher Stimme. Brummi Tatzel schaute sie verwundert an. |
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Eine kleine Maus, die so laut und schön flöten konnte - das hätte er nie gedacht. |
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"Mach mir die Freude und flöte mir ins Ohr", bat Brummi die kleine Maus. |
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Mausi Häseken ließ es sich nicht zweimal sagen, hüpfte mit einem großen Satz auf die breite Bärenbrust und flötete so süß |
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in seine Ohren, dass er gar nicht genug
bekommen konnte und die braunen Bärenaugen hin und her rollten. |
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Als Mausi Häseken ihr Spiel beendet hatte, war Brummi Tatzel so glücklich, dass er beschloss, um ihre Pfote anzuhalten. |
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Er öffnete seinen Honigtopf und lud sie ein, davon zu kosten. Mausi Häseken piepste ein fröhliches "Nein, danke" und griff zu der Ähre, |
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die sie
immer mit sich herum trug, schälte sich ein Korn heraus und knabberte genüßlich
darauf herum. |
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"Iß
Honig", brummte der Tatzelbär und hielt den Honigtopf direkt unter ihre Nase.
"Alles was gut ist, muss süß sein und kleben." |
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Vielleicht
für Bären", erwiderte die kleine Maus, "doch wir Waldmäuse essen
Körner und mögen keinen Honig." |
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"Was süß ist und klebt, ist für alle gut", entgegnete der Bär und hielt ihr den Topf noch dichter unter die Nase. |
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Mit was Süßem im Bauch kannst du
bestimmt noch höher flöten." |
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"Nein,
nein", piepste die Maus, "der Honig würde mir mein Maul zukleben und
ich könnte nicht mehr pfeifen." |
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"Dumme kleine Maus", brummte Tatzel, der sich sehr sicher war, dass er schon alles konnte und um die Geheimnisse der |
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großen weiten Welt wusste. "Ich
habe alles gelernt und weiß genau, was gut für dich ist." |
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Dann gab er ihr einen dicken großen Honigkuss, um ihr zu zeigen, wie lieb er sie hatte. Er legte seine Pranke so fest um ihren Hals, |
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dass sie beinahe keine Luft
mehr bekam, brummte "Gute Nacht, Mausi Häseken" und fiel in einen
tiefen, tiefen Bärenschlaf. |
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